
Warum Sapor den Regenschirm neu gedacht hat
Sapor entstand aus einer einfachen Beobachtung: Der Regenschirm wird von fast jedem Menschen benutzt – und dennoch nur selten als ernst zu nehmender Gegenstand betrachtet.
Er wird gekauft, wenn es bereits regnet. Er liegt im Auto, steht im Flur oder verschwindet in einer Tasche. Solange er sich öffnen lässt und das Wasser abhält, scheint seine Aufgabe erfüllt. Über seine Gestaltung, seine Konstruktion oder die Erfahrung im täglichen Gebrauch wird häufig erst nachgedacht, wenn etwas nicht funktioniert.
Für uns war gerade diese Selbstverständlichkeit der Ausgangspunkt.

Ein übersehener Gegenstand ist kein einfacher Gegenstand
Ein Regenschirm hat eine klare Funktion. Doch daraus folgt nicht, dass er gestalterisch einfach wäre.
Er wird geschlossen getragen, in der Hand gehalten, geöffnet, bewegt, wieder zusammengeführt und zum Trocknen abgestellt. Sein Gewicht beeinflusst, ob man ihn selbstverständlich mitnimmt. Der Griff bestimmt, wie er sich anfühlt. Die Konstruktion trägt und spannt das Schirmdach. Stoff, Nähte und Proportionen prägen seine Erscheinung.
Keine dieser Eigenschaften steht für sich.
Erst ihr Zusammenspiel entscheidet darüber, ob sich ein Schirm im Gebrauch selbstverständlich anfühlt – oder wie eine Ansammlung voneinander unabhängiger Komponenten.
Vom Gebrauch aus gedacht
Bei Sapor beginnt die Entwicklung deshalb nicht mit einer dekorativen Oberfläche. Sie beginnt mit der Frage, wie der Schirm benutzt wird.
Wie liegt der Griff in der Hand? Wie fügt sich der Öffnungstaster in seine Form ein? Wie wirkt der Schirm geschlossen? Wie verhält sich das Schirmdach in der Bewegung? Wie setzen sich Farben und Materialien über unterschiedliche Bauteile hinweg fort?
Aus diesen Fragen entstehen Konstruktion, Proportion und Gestaltung.
Sapor entwickelt eigene Modelle, weil sich ein Gegenstand nicht konsequent als Ganzes gestalten lässt, wenn die grundlegenden Entscheidungen bereits an anderer Stelle getroffen wurden. Ein vorhandenes Standardmodell lediglich mit einer neuen Farbe oder einem Muster zu versehen, hätte unseren Anspruch nicht erfüllt.
Unser Ziel war nie, einem gewöhnlichen Regenschirm nur eine luxuriösere Oberfläche zu geben. Wir wollten den Gegenstand selbst genauer betrachten.


Gestaltung ist keine Dekoration
Gute Gestaltung zeigt sich nicht daran, dass jedes Detail auffällt.
Ein Griff kann eigenständig sein, ohne sich vom übrigen Schirm zu lösen. Eine Farbe kann präsent sein, ohne laut zu werden. Ein technisches Element kann sichtbar bleiben und dennoch selbstverständlich in die Gesamtform eingebunden sein.
Entscheidend ist die Beziehung zwischen den Teilen.
Deshalb beschäftigen wir uns auch mit Stellen, die auf einem Produktfoto leicht übersehen werden: mit der geschlossenen Silhouette, der Spannung des Stoffes, der Form eines Tasters, der Abstimmung verschiedener Materialien oder der Art, wie ein Schirm geöffnet und wieder geschlossen wird.
Nicht jedes Detail muss besonders erscheinen. Aber nichts sollte beliebig wirken.

Für langfristige Nutzung entwickelt
Langlebigkeit ist kein einzelnes Materialmerkmal und keine abstrakte Zeitangabe. Sie entsteht aus Konstruktion, Materialwahl, regelmäßigem Gebrauch und angemessener Pflege.
Ein Regenschirm wird beansprucht. Er wird nass, trocknet, wird transportiert und unterschiedlichen Windverhältnissen ausgesetzt. Deshalb muss er nicht nur im unbenutzten Zustand hochwertig aussehen, sondern sich im tatsächlichen Alltag bewähren.
Pflegehinweise, persönlicher Service und unsere Garantie gehören für uns folgerichtig zum Produkt. Der verantwortungsvolle Umgang mit einem Gegenstand endet nicht mit seiner Herstellung oder seinem Verkauf.

Regen neu erleben
„Embrace the rain“ bedeutet für uns nicht, schlechtes Wetter schönzureden.
Es beschreibt einen anderen Umgang mit etwas, das wir nicht kontrollieren können. Regen gehört zum Alltag. Ein guter Regenschirm lässt ihn nicht verschwinden, aber er kann beeinflussen, wie selbstverständlich wir uns darin bewegen.
So wurde aus einem übersehenen Gebrauchsgegenstand der Ausgangspunkt für Sapor.
Nicht, weil ein Regenschirm der wichtigste Gegenstand im Leben wäre. Sondern weil auch ein gewöhnlicher Gegenstand einen ernsthaften gestalterischen Maßstab verdient.
Embrace the rain.





